Der natürliche Treibhausgaseffekt

Ohne den natürlichen Treibhauseffekt wäre Leben auf der Erde kaum möglich: Statt einer mittleren Temperatur von +15 °C in Bodennähe wäre es eisige -18 °C kalt. Diesen wärmenden Effekt verdanken wir den Treibhausgasen. Sie sind Bestandteil der Atmosphäre und verhindern, dass die langwellige Wärmestrahlung ungestört von der Erdoberflächeins All entweicht. Die Strahlung wird teilweise absorbiert und wieder abgegeben. Dieser Vorgang heizt die Erdoberfläche und die untere Luftschicht auf.

Der menschgemachte Treibhauseffekt

Durch seine Aktivitäten erhöht der Mensch die Konzentration der Treibhausgase. Das hat zur Folge, dass ein grösserer Anteil der Strahlung absorbiert und wieder auf die Erde zurückgestrahlt wird. Das heizt die Luft in Bodennähe zusätzlich auf. Dieser Vorgang wird anthropogener oder menschgemachter Treibhauseffekt genannt.

Die Störung des natürlichen Gleichgewichts der Atmosphäre verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt und führt zu einer weltweiten Erwärmung. Den Grund für die Zunahme der Treibhausgaskonzentration liegt eindeutig bei uns Menschen. Zu den Aktivitäten, die das Klima beinflussen, gehört zum Beispiel das Abholzen von Regenwäldern - vor allem aber die Treibhausgase, die wir verursachen. Das wichtigste unter ihnen ist Kohlendioxid (CO2), das vor allem, durch das Verbrennen fossiler Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle entsteht. Der weltweite anthropogene CO2-Ausstoss macht rund 60 Prozent des vom Menschen verursachten Treibhauseffekts aus.

Seit Beginn der Industrialisierung ist die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre um knapp 40 Prozent angestiegen. Sie liegt heute höher als je zuvor in den vergangenen 800.000 Jahren. Weltweit sind die Temperaturen seit dem 19. Jahrhundert um durchschnittlich 0,7 Grad gestiegen.

Klimawandel in der Schweiz

Der Klimawandel ist auch in der Schweiz eine Realität. Seit Messbeginn 1864 ist es bei uns um fast 1,7 Grad wärmer geworden. Die Differenz zum globalen Anstieg erklärt sich dadurch, dass die Temperaturen über den Kontinenten generell schneller ansteigen als über dem Meer. Doch dies ist erst der Anfang. Treffen wir keine wirksamen Klimaschutzmassnahmen, wird es in der Schweiz bis gegen Ende dieses Jahrhunderts um 5 Grad wärmer sein als vor Beginn der Industrialisierung. 

Die offensichtlichen Auswirkungen sind heute schmelzende Gletscher und tauende Permafrostböden in den Alpen. Doch auch an häufigeren und längeren Trockenperioden oder Starkniederschlägen und Überschwemmungen ist möglicherweise bereits das sich ändernde Klima schuld. Die Prognosen der Klimaforscher jedenfalls gehen nicht nur von einem Anstieg der Temperaturen aus, sondern auch von einer zeitlichen Verschiebung der Niederschläge. Sommerliche Trockenperioden und Hitzewellen werden häufiger.

Auf diese Veränderungen, die je nach Region unterschiedlich ausfallen, wird die Landwirtschaft reagieren müssen. Die Landwirtschaft ist aber nicht nur von den Folgen des Klimawandels betroffen, ihre Aktivitäten sind auch eine der wichtigen Ursachen der Klimaveränderung. Werden direkte und indirekte Emissionen berücksichtigt, macht die Landwirtschaft heute zwischen  17 und 32 Prozent aller globalen vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen aus. In der Schweiz trägt die Landwirtschaft rund 12 Prozent zu den Gesamtemissionen bei.

(Siehe auch Menupunkt „Unterricht“/“Klimawissen“)

 Quellen:

- IPCC Klimaänderung 2007: Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger
- Szenarien zur Klimaänderung in der Schweiz CH2011
- Bundesamt für Landwirtschaft BLW („Klimastrategie Landwirtschaft“, 2011)
- Wikipedia
- Hamburger Bildungsserver
- AgroCleanTech